Titel von Elisabeth Escher. Another blog: https://bookofflorence.wordpress.com/
Samstag, 16. September 2017
In den Himmel geblickt, sah man keine Sterne über der Großstadt. Dafür leuchtete sie selbst zu hell.
Ich überquerte die Straße, zog bereits den Schlüssel aus der Tasche und freute mich auf einen gemütlichen Abend, nach einem ereignislosen Nachmittag in der Arbeit.
Musik schwang durch die Luft und übertönte das Brummen des Verkehrs.
Direkt gegenüber meiner Haustür erkannte ich Menschen in eine Gasse strömen und eine Bühne.
Ein Fest.
Die abenteuerlustige Seite in mir blühte sofort auf und wollte sehen, was dort vor sich ging. Etwas anderes in mir, wollte sich nicht alleine durch Menschenmengen drängen, wollte lieber in die sicheren Wände der Wohnung kehren. Ich steckte den Schlüssel ins Schloss und zog die Tür auf.
Doch dann ließ ich sie zufallen, drehte mich um und ging auf die Musik zu.
Da waren Menschen die lachten, die tanzten, die aßen und tranken.
Immer weiter hinein bewegte ich mich, zwischen den feiernden Leuten, Lebensmittel- und Handwerksständen hindurch. Ich tauchte ein.
Ein Kribbeln breitete sich in mir aus und ich fühlte mich wie ein kleines Kind, welches etwas Neues entdeckt.
Ein Buchcafé auf der linken Straßenseite. Es war die ganze Zeit hier gewesen, während ich das Internet durchforstet hatte auf der Suche nach einem eben solchen Café. Ein Vintagekleidergeschäft und eine Hose von dort, wie ich sie auch schon seit langem suchte.
So trieb ich mit den anderen Menschen durch das Gassenfest und spürte die Freude eines Herbstabends, der mir die Lustlosigkeit und Unsicherheit nahm.
Seltsam wie manchmal einfach alles zusammen passt.



Montag, 11. September 2017
Eine Veränderung meines Stils, sie will und will nicht funktionieren.
Ich nehme es mir vor, ich handle sogar, aber nichts tut sich. Ich bin zu statisch, zu faul. Ich weiß es nicht.
Meine Kleidung gefällt mir nicht mehr, alles so halb zusammengewürfelt ohne mir ein gutes Gefühl darin zu schenken. Meine Möbel so unpersönlich und verloren in dem großen neuen Zimmer.
Mein Körper so langsam und träge, bereit für den Winterschlaf, wie schon den ganzen Sommer über.
Meine Ernährung so unregelmäßig und verwirrt, genauso wie meine Kreativität.

Etwas stimmt nicht, aber ich kann es nicht fassen.
Ich sitze nicht tatenlos herum und warte auf besagte Veränderungen, aber egal was ich unternehme, ich scheine nicht voran zu kommen.
Jeden Tag mache ich meine Yoga-Übungen, so regelmäßig wie schon lange nicht mehr, aber das entspannte Gefühl bleibt aus.
Ich gehe in die vielseitigen Läden in der Großstadt, die meinen neuen Stil widerspiegeln, aber trotzdem finde ich darin nichts passendes und mein Umfeld findet meinen neuen Geschmack altmodisch und unpassend.
Es muss ihnen auch nicht gefallen, aber ein bisschen Hilfe wäre schön.

Gerade bin ich also ein bisschen ratlos, weil ich mich trotz Bemühungen im Kreis zu drehen scheine. Ich bin so unzufrieden und das tut mir leid, denn eigentlich gäbe es so viel zu bestaunen, was ich mir mit meiner Unlust aber kaputt mache.
So ging es mir auch in Island. Manchmal konnte ich die Schönheit nicht aufnehmen. Ich sah, aber ich fühlte nicht.

Was ist bloß los mit mir?



Mittwoch, 6. September 2017
Aus einer Schreibflaute heraus lässt der Reisebericht auf sich warten.
Ich finde nur momentan nicht die richtigen Worte, um das Erlebte wiederzugeben. Ich dachte also, ich beginne mal mit einem Foto, welches Einiges zeigt, aber auch gleichzeitigt wenig aussagt. Nicht wie ich mich gefühlt habe oder was sich rundherum, abseits des Fotomotivs abgespielt hat.
So viel kann ich sagen, es war beeindruckend und mit Heimweh verbunden, es war bezaubernd und es war trostlos, es war eine einmalige Erfahrung, die ich zuerst in mir sortieren muss.

Jetzt wo ich wieder zu Hause bin, beginnt der Alltag wieder. Morgen habe ich meinen ersten Arbeitstag nach der Sommerpause und auch die Uni steht vor der Tür.
Auf Letzteres freue ich mich sogar schon richtig.